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China war für Spaniens Pistolenbauer lange Jahre ein hervorragender Markt; als er gesättigt war, mußten sie sich neue Kunden suchen. In den folgenden Jahren belieferten sie die spanische Polizei, die beiden verfeindeten Parteien des spanischen Bürgerkriegs, die Deutsche Wehrmacht und schließlich Länder der dritten Welt.

Von Leonardo M. Antaris    Übersetzung: Albrecht Simon

Der chinesische Markt hatte nach dem Ersten Weltkrieg spanische Kopien der langen Mauser-Pistole C 96 begierig aufgesaugt (vgl. RWM 03, S. 202ff.). Die Hersteller im spanischen Baskenland fertigten vor allem Pistolen mit der Möglichkeit, vollautomatisch zu schießen. Das war nicht sinnvoll, aber verkaufsfördernd.

Der nächste Schritt war, die Munitionskapazität der Pistolen zu erhöhen; Beístegui und Astra führten 20-Schuß-Pistolen ein. Anders als bei der Mauser, deren 20-Schuß-Griffstück aus einem Stück geschmiedet wurde, setzten Beístegui und Astra 10-Schuß-Verlängerungen per Schwalbenschwanz an das Standardgriffstück an.

 

  

Großbritannien führte mit der Brunswick Rifle eine Waffe mit bemerkenswertem Laufprofil ein. Geladen wurde sie mit einer Kugel mit Ringwulst. Das System bewährte sich, wurde von anderen Staaten übernommen und blieb lange im Gebrauch.

Von Andreas Schwalm und Klaus Hofmann

 

Während der napoleonischen Kriege entstand – durch die zahlreichen fremdländischen Truppen des Kontinents in englischen Diensten inspiriert – die Idee, Einheiten mit gezogenen Jägerbüchsen auszurüsten. Außer der kurzen Episode des Ferguson-Hinterladers im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg verließ man sich auf glatte Waffen. 1796 legte der Büchsenmacher Durs Egg ein gezogenes Gewehr in Musketendimension vor. Die Armeeführung verlangte eine Büchse in den Dimensionen der deutschen Jägerbüchsen. Ankäufe preußischer gezogener Gewehre Ende 1799 erwiesen sich als Fehlschlag. 1800 begann man mit der Aufstellung eines provisorischen Rifle Corps mit grünen Uniformen.

  

Serbien gehörte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Osmanischen Reich. Der serbische Fürst verfügte über eigene Kavallerie-Einheiten. Von Rußland erwarb er unter anderem Schaschka M. 1838, die bis zum Ersten Weltkrieg im Dienst blieben.

Von Branko Bogdanovic

Am 12. Mai 1825, also ein Jahrzehnt nach der Bildung einer regulären Infanterie mit eingeschriebenen „Panduren“ oder Soldaten verfügte der serbische Prinz Milos Obrenovic (1760-1860) lediglich über irreguläre Kavallerie-Eskadrons als persönliche Begleitung oder Leibwache. Ein solches, „Kumpel“ genanntes Eskadron war beispielweise in Požarevac stationiert. Hinweise auf diese Reiter finden wir im Rechnungsbuch des dortigen Palastes für den Oktober 1827. Demnach gehörten sie zur Kategorie „Hofpanduren“. In der Zeit zwischen November 1830 und April 1833 taucht im Rechnungsbuch eine neue Kostenstelle auf, die „Kavalleristen des Prinzen“. Man kann davon ausgehen, daß dies eine rund 50 Reiter starke irreguläre berittene Garde des Prinzen war.

  

Über Jahrhunderte hinweg war das Steinschloß als Anzündmechanismus weltweit im Gebrauch und veränderte sich beständig. Oberst Thierbach gehört zu den ersten, die im 19. Jahrhundert diese Entwicklungsgeschichte wissenschaftlich erforschten. Wir werfen einen Blick in seine Sammlung.

 

Von Eugen Lisewski M.A.

 

„Das Steinschloss, auch Batterie- oder französische Schloss genannt, ist, wie die zeitherige Darstellungen erwiesen, nicht die Erfindung eines Einzelnen gewesen, ein solcher Erfinder auch nie namhaft gemacht worden, sondern aus Veränderungen und Verbesserungen hervorgegangen, die ursprünglich mit dem Luntenschlosse und später mit dem Schnapphahnschlosse vorgenommen wurden“. Mit diesen Worten leitet Thierbach das 4. Kapitel (Das Steinschloß) seines Werkes über die geschichtliche Entwicklung der Handfeuerwaffen ein. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Der Krefelder Großhändler Waffen Schumacher führt ein "Produkt der Woche" ein. Das Unternehmen hat seinen Netzauftritt außerdem vollkommen neu gestaltet.

Das Produkt der Woche wird jeweils am Freitag neu eingestellt und ist eine Woche lang zum günstigeren Preis im Fachhandel zu erwerben - solange der Vorrat reicht.

Der Netzauftritt ist nun klarer gegliedert. Besucher finden hier eine Gesamtübersicht der vertretenen Hersteller und von deren Erzeugnisse, Prospekte zum Herunterladen, Testberichte, die aktuelle Preisliste als pdf-Datei und BKA-Bescheide zu angebotenen Selbstladebüchsen.

Derzeit pflegt das Unternehmen laufend detailierte Produktbeschreibungen und neue Informationen in die Seite ein.

  

Alle von Waffen Schumacher vorgestellten Erzeugnisse sind ausschließlich über den Fachhandel zu beziehen. Das Unternehmen steht nach eigenen Angaben Ratsuchenden aber "mit Rat und Tat" zur Seite.

 

Das "Blue Book of Modern Black Powder Arms" ist jetzt in der 7. Auflage erschienen.

Das von Blue Book Publications herausgegebene Nachschlagewerk zeigt auf 312 Seiten (für den US-amerikansichen Markt), welche Hersteller und Modelle von Vorderladerwaffen mit Steinschloß- und Perkussionsanzündung lieferbar sind. Erfaßt sind alle Neufertigungen seit 1959, historische Modelle ebenso wie moderne "inline"-Jagdwaffen. Die Waffen sind mit schwarz-weiß-Abbildungen und je einer Wertangabe in US-Dollar mit fünf Erhaltungsstufen aufgeführt.

Wie Sie das Blue Book of Modern Black Powder Arms beziehen können, erfahren Sie hier.

  
  

Die Frankonia-Handelsgesellschaft versendet ab Anfang August ihren aktuellen Jahreskatalog 2011/12.

Die interessante Lektüre für Jäger und Sportschützen umfaßt fast 600 Seiten mit über 40.000 Angeboten. Das Unternehmen spricht von "faszinierenden Neuheiten, exklusiven Marken und Topartikeln".

Der kostenlose Katalog hat eine völlig neue Aufmachung mit optimierter Struktur: die bessere Übersicht erleichtert dem Kunden das schnelle Auffinden des gesuchten Artikels und den Vergleich ähnlicher Produkte.

Alle Interessenten, die die Kataloge nicht automatisch zugestellt bekommen, können diesen anfordern unter www.frankonia.de oder Fernruf 01 80 / 5 37 26 96 (14 Cent/Min aus dem Festnetz / Mobilfunk max. 42 Cent/Min.)

 

 

 

 

  

Daß der Mannlicher-Drehkopf des Musters 95 doch mit einer randlosen Patrone funktioniert, zeigt das jugoslawische Gewehr M95M. Die Unterschiede sind marginal, aber wirkungsvoll. Diese Mannlicher-Abart ist hierzulande relativ selten.

Von Branko Bogdanovic

Die Armee des 1918 neugegründeten Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS, ab 1929 Königreich Jugoslawien), nutzte 26 Gewehrmodelle in sechs verschiedenen Kalibern. Über Arsenale, die noch von der k.u.k. Armee stammten, lagen weitere erhebliche Mengen Waffen verstreut, die den Waffenstillstandsbedingungen zufolge zu diesem Zeitpunkt aber noch unter einem Embargo lagen. Die Regelungen des Versailler Friedens wurden ab Juli 1920 angewendet, nachdem die Alliierten auf der Konferenz in Spa den besiegten Mittelmächten ein Ultimatum aufdrückten. Die Armee des SHS-Staates erhielt 500 Eisenbahnwaggons voller Waffen und Kriegsgerät aus Österreich. Der Staat erhielt zudem rund 1500 Waggons voller Gewehre, die auf den Schlachtfeldern und bei der Zivilbevölkerung eingesammelt worden waren. So kamen rund 150 000 Mannlicher-Gewehre M. 88/90, M. 90, und M. 95 sowie 27 000 österreichische Mannlicher M. 90- und M. 95-Karabiner im Kaliber 8×50 R ins Land.

  

1938 ging die Republik Österreich im Deutschen Reich auf. 1945 erstand sie nach dem Willen der Siegermächte neu. Keine dieser Zäsuren beendete die Dienstzeit der Mannlicher-Gewehre und Stutzenkarabiner. Die einen konnten nicht auf sie verzichten, die anderen durften es nicht.

Von Rupert Reisinger

Der Ständestaat Österreich führte am 1. April 1936 die allgemeine Wehrpflicht ein. Neue Infanteriewaffen fehlten. Aus Polen, der Tschechoslowakei und Italien kaufte der Staat große Mengen Waffen vom Typ M. 95 an, die für Teile der Polizei und Gendarmerie auf die S-Patrone adaptiert wurden. Ebenso erhielt die Exekutive alle gekürzten M. 95 des Österreichischen Bundesheers. Sie mußte dafür wiederum ihre Stutzenkarabiner M. 95 an das Bundesheer abgeben. In welchen Dimensionen man damals in Österreich dachte, belegt die einmalige Bestellung von 30 000 neuen S-Läufen.

RWM-03-fabrique-nationale-fn-pistole-1910Pistolen in den Kalibern 7,65 mm Browning oder 9 mm kurz sind heute klassische Sammlerstücke für Einsteiger. Sie sind in großen Mengen zu günstigen Preisen auf dem Markt. Auch in Massen gefertigte Modelle haben bisweilen eine interessante Geschichte, wie wir anhand des Modells 1910 von FN zeigen.

Von Dr. Elmar Heinz

Den Terror der – vom SED-Staat unterstützen – Roten Armee-Fraktion (RAF) beantwortete die Bundesrepublik Deutschland Anfang der 1970er Jahre mit zwei Maßnahmen: einem neuen, schärferen Waffengesetz und der Modernisierung der Polizeiausrüstung. Das neue Waffengesetz hat das Morden der linksextremen Terroristen weder gebremst noch verhindert, zumal die einen Hang zu "full auto" und Sprengmitteln hatten, was eh nicht unter das zivile Waffengesetz fiel. Dagegen nahm sich die Bewaffnung der deutschen Polizeien völlig antiquiert aus. Die Pistolen im Kaliber 7,65 mm Browning oder 9 mm kurz kombinierten mit ihren Vollmantelgeschossen zu geringe Mannstopwirkung mit zu hoher Umfeldgefährdung. Verwahrt wurden Sie in Holstern, die stabil, aber umständlich zu öffnen waren – keine guten Ausgangsbedingungen für einen plötzlich eröffneten Schußwechsel mit Verbrechern. Durch die Neubewaffnung der Polizei wurden diese Kaliber und die zugehörigen Pistolen mit einem Schlag obsolet.

60 Jahre zuvor waren beide, der Terror und die 7,65 mm- und 9-mm-Pistolen, schon einmal in Verbindung gewesen. Damals nutzten Terroristen solche Waffen, die sie ....


Den vollständigen Artikel finden Sie in der RWM-Depesche 03 ab Seite 210

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