Perkussion
RWM 16: Herzberger Gewehre für das Herzogtum Nassau
Nassau kaufte seine Infanteriegewehre im Ausland, so auch im Königreich Preußen. Lesen Sie, wie sich die Handelsbeziehungen und die Waffentechnik zwischen 1815 und 1866 entwickelten.
Von Hartmann Hedtrich
Nach dem Wiener Kongreß 1815 wurde das junge Herzogtum Nassau Mitgliedsstaat des Deutschen Bundes. Nach der Bundeskriegsverfassung vom 9. April 1821 wurde die Nassauische Brigade der 2. Division des IX. Bundeskorps zugeteilt. Das Kontingent betrug nach der Bundesmatrikel 3028 Mann, berechnete sich jedoch, da ihm wegen seiner verhältnismäßig geringen Pferdezucht die Aufstellung der Kavallerie erlassen wurde, durch vermehrte Infanterie und Artillerie in Wirklichkeit auf 3718 Mann Infanterie, 287 Mann Artillerie und 30 Pioniere. In Wiesbaden wurde eine Kompanie Artillerie und ein Pionier-Detachement mit einem Offizier und 29 Mann errichtet. Die Infanterie bestand nun aus zwei Regimentern zu zwei Bataillonen mit je sechs Kompanien. Als Bewaffnung dienten französische Steinschloßgewehre mit Bajonett und Säbel.
Die Königlich Preußischen Gewehrfabrik Saarn lieferte Gewehre. Als in den Jahren 1828 bis 1830 die alten französischen Steinschloßgewehre ausgesondert werden mußten, verhandelte die Herzogliche Zeughausdirektion mit dem Unternehmer Trenelle über die Lieferung von 3000 neuen Gewehren. Dem aus Lüttich eingewanderten Gewehrfabrikant Silvestre Trenelle war die Verwaltung der 1815 gegründeten preußischen Gewehrfabrik Saarn übertragen worden. Gemäß Vertrag lieferte Saarn in Jahr 1828 für das Zeughaus in Wiesbaden 2122 neue Gewehre und 1830 nochmals 1200. Ob es sich bei den gelieferten Gewehren um das preußische M 1809/12 oder das französische M 1777 handelte, war nicht vermerkt. Es ist eher unwahrscheinlich, daß preußische Gewehre M1809 geliefert wurden, da die Gewehrfabrik Saarn jährlich 5000 Gewehre an Preußen liefern mußte und hiervon bestimmt nichts abgezweigt werden durfte. Vielmehr handelte es sich wohl um überzählige Bestände aus der Produktion von Gewehren, welche aus erbeuteten französischen Gewehrteilen bis in die 1820er Jahre in der Gewehrfabrik hergestellt wurden. Dies wird auch durch eine Meldung in der Allgemeinen Militärzeitung aus dem Jahre 1830 (Nr. 62, Seite 494) bestätigt. Dort wird in einem Bericht über Versuche in Wiesbaden zur optimalen Ladung der Infanteriegewehre unter anderem ausgeführt: „Man brauchte (für die Versuche) neue Gewehre von dem Modell der französischen Voltigeurgewehre, weil dieses Modell dem herzoglich nassauischen Dienst eingeführt ist und kürzlich eine Anschaffung nach demselben für die ganze Brigade stattgefunden hat.“ Es handelte sich also um das französische ...
Den vollständigen Artikel finden Sie in RWM-Depesche 16 auf den Seiten 1108 bis 1117.
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Neu im RWM-Kiosk: Ordonnanzpistolen der sächsischen Kavallerie
Neu im RWM-Kiosk: Preußische Handfeuerwaffen 1814-1856
Waffenmuseum Suhl: Neuer Laffer erschienen
Der Förderverein des Waffenmuseums Suhl hat seine Jahresschrift 2013 an die Mitglieder verschickt. Schwerpunktthema sind die Suhler Waffenlieferungen für Schleswig-Holstein 1848 bis 1851".
Der "Laffer" 2013 beschreibt anschaulich die historischen Hintergründe, die zur besonderen Lage der unteilbaren Landesteile Schleswig und Holstein bis 1848 geführt hatten. Bis 1851 unterhielten sie eine eigene Streitmacht, die - zeitweise durch Truppen des Deutschen Bundes unterstützt - den Dänen Paroli boten. Nach 1851 wurden sie teilweise in das dänische Militär übernommen. Der "Laffer" beschreibt dann, wieviele Gewehre insgesamt geliefert wurde, wie hoch der Anteil aus Suhl war und wo diese Waffen geblieben sind.
Diese Ausgabe des "Laffers" enthält viele farbige Abbildungen der besprochenen Waffen und macht damit ihre Bestimmung für den aufmerksam gewordenen Sammler einfacher.
Der Bezug des "Laffer" ist für Mitglieder des Fördervereins im Beitrag enthalten. Nehmen Sie Verbindung auf mit:
Freunde und Förderer des Waffenmuseums Suhl e.V., Friedreich-König-Straße 19, 98527 Suhl
RWM 06: Perkussionsselbstspanner zur Verteidigung auf Reisen
Wender sind Pistolen, bei denen zwei Läufe von einem Anzündmechanismus bedient werden. Eine ausgefallene selbstspannende Perkussionswendepistole stellen wir hier vor. Sie erfahren, wie der komplizierte Mechanismus funktioniert, wie schützensicher und praxistauglich der Wender ist.Von Werner Boms Schon bald nach dem Aufkommen der Handfeuerwaffen im 14. Jahrhundert bemühte man sich, die Schußkapazität zu erhöhen und versah deshalb die Waffen mit mehreren Läufen. Damals besaßen diese noch keinen eigenen Anzündmechanismus, sondern wurden mittels händisch geführter Lunte oder einem glühenden Stahlstab gezündet. Mit der Entwicklung der Anzündmechanismen benötigte jeder Lauf ein eigenes Schloß, so daß man sich letztendlich auf doppelläufige Konstruktionen beschränkte, um die Waffen in moderaten Dimensionen zu halten. Abhilfe schufen hier die Erfindung des Wenders und des Revolvers, bei welchen mehrere Läufe oder sogar eine Trommel von einem Schloß bedient werden. |
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RWM 06: Schwarzpulver – ein modernes Treibmittel
Fahren Sie ein Auto mit Airbag? Gratulation, der arbeitet mit Schwarzpulver. Mögen Sie schön geflammten Marmor? Der wird am besten mit Schwarzpulver aus dem Berg geschoben. Ebenso alltagstauglich ist Schwarzpulver auf dem Schießstand. Seine Herstellung erfordert hohe Genauigkeit.Von Dr. Elmar Heinz Die kurze Aufzählung zeigt, daß Schwarzpulver in vielen Bereichen des Alltags gegenwärtig ist. In Europa gibt es nur noch wenige Pulvermühlen. In Deutschland sind vor allem die Mühlen in Kunigunde (Wano), Aubonne (Schweiz) und Pardubitz (Explosia Pardubice, Ostböhmen) bekannt. Nicht alle Mühlen fertigen das gesamte Spektrum dessen, was heute noch von Industrie und Schießsport nachgefragt wird. Die Wano-Pulvermühle in Kunigunde ist Deutschlands letzte und zugleich Europas größte Pulvermühle. Sie zeigt eindrucksvoll, wie heute Schwarzpulver entsteht. |
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RWM 06: Gewehr M. 1857 – Originalstück und Nachbau
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„Besser als das Original„ titelte die italienische Fachpresse über den Pedersoli-Nachbau – doch was ist das Original? Wir haben es aufgespürt. Damit sehen Sie hier Original und Kopie im direkten RWM-Vergleich.Von Dr. Elmar Heinz Die Wehrtechische Studiensammlung (WTS) des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung verwahrt ein Gewehr M. 1857 und hat es uns dankenswerterweise zum Vergleich zur Verfügung gestellt. Bei dieser Waffe handelt es sich nicht um irgendein historisches Gewehr. Dieses Realstück ist ein unberührtes Stück, an dem man die originalen Maße abnehmen und die Fertigungsweise beobachten kann. Man kann also sehr gut nachvollziehen, wo der Neubau dem Original entspricht und wo Änderungen erfolgten, die teilweise der Brauchbarkeit auf dem Schießstand geschuldet sind. Beim Original handelt es sich um eines der Gewehre, die in der königlich württembergischen Gewehrfabrik in Oberndorf am Neckar gefertigt wurden. Die Waffe trägt auf Laufwurzel und Schaftoberseite die Fertigungsnummer 2. Es handelt sich um eine „echte„ Nummer (s. S. 402ff.). Das Gewehr ist also eines der Stücke, die als Referenzwaffen für die weitere Fertigung in Betracht kamen oder direkt in eine Sammlung gegeben wurden. |
Den vollständigen Artikel finden Sie in der RWM-Depesche 06 ab Seite 378
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Von Leonardo M. Antaris
Übersetzung: Albrecht Simon
Der chinesische Markt hatte nach dem Ersten Weltkrieg spanische Kopien der langen Mauser-Pistole C 96 begierig aufgesaugt (vgl. RWM 03, S. 202ff.). Die Hersteller im spanischen Baskenland fertigten vor allem Pistolen mit der Möglichkeit, vollautomatisch zu schießen. Das war nicht sinnvoll, aber verkaufsfördernd.
Der nächste Schritt war, die Munitionskapazität der Pistolen zu erhöhen; Beístegui und Astra führten 20-Schuß-Pistolen ein. Anders als bei der Mauser, deren 20-Schuß-Griffstück aus einem Stück geschmiedet wurde, setzten Beístegui und Astra 10-Schuß-Verlängerungen per Schwalbenschwanz an das Standardgriffstück an. Gleichzeitig wurden nach dem Motto „größer ist besser“ die Läufe von 140 mm auf 180 mm verlängert. Eine Anzeige aus der Zeit läßt vermuten, daß zunächst Beístegui die 20-Schuß-Möglichkeit beim Modell H und später beim Modell MM 31 angeboten hat. Astra folgte jedoch auf dem Fuße und benannte ihre 20-Schuß-Pistole M 902.
Um diese riesigen Pistolen unterzubringen, gab es erhebliche Änderungen am Anschlagschaft.
RWM 06: Allem Anfang wohnt ein Zauber inne
Schwarzpulverschießen: Spaß, leicht zu erlernen Von Dr. Elmar Heinz Der Geruch von abgebranntem Schwarzpulver war für unseren RWM-Versuchsschützen bisher nur von Silvester, vom Nachbarstand oder vom Schießen mit Gewehr 71 bekannt. Mit dieser Ausgabe der RWM-Depesche beginnt er nun mit dem Vorderladerschießen – er, der bisher über Jahrzehnte „nur„ mit Waffen gearbeitet hat, die für Patronen mit Nitropulver eingerichtet sind.
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RWM 06: Gold, Gold, Gold - und Blei ist auch dabei
Gold, Gold, Gold – Von Dr. Elmar Heinz Die Ziele der M.L.A.I.C. sind klar definiert. Sie will „das öffentliche Interesse an alten Waffen dadurch fördern, indem diese in weitestgehend originalgetreuer Art und Weise geschossen werden„. Das liest sich gut. Zu diesem Zweck solle man alle Änderungen verhindern, die den Wert der alten Waffen mindern. Damit haben Vorderladersammler und -schützen eine Heimat. Was verbirgt sich nun hinter dem Kürzel M.L.A.I.C.? |
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RWM 05: Die mysteriösen M-Rifle – Enfields made in USA
Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika kaufte Anfang der 1860er Jahre Enfield-Gewehre. Das Pattern 1853 war auf der Höhe der Zeit. Bekannt sind die US-amerikanischen Enfields als "M-Rifle Musket". Wir zeigen, wie sie entstanden.
Von Andreas Schwalm und Klaus Hofmann
Bilder: Uwe Feuerbach
Mit dem Pattern 1853 verfügte die britische Armee über eine moderne Langwaffe. Um im Krimkrieg ausreichend Waffen zur Verfügung zu haben wandte sich die Regierung an US-amerkanische Hersteller. Sie sollten den Lieferengpaß der staatlichen Gewehrfabrik und der privaten Hersteller ausgleichen. Die in den Vereinigten Staaten von Amerika gefertigten P. 1853 sind als "Windsor" bekannt (vgl. RWM 03, S. 194ff.).