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Lateinamerikanische Waffen sind spannend. Am Beispiel Argentinien zeigen wir den Fortschritt der Waffenentwicklung und berichten über die große und kleine Politik, über regionale und weltweite Intrigen und Konflikte, über das Denken von Militärs, Händlern und Rüstungsfachleuten.

Von Gerhard Ortmeier M.A.

Eine entscheidende Wende im militärischen Denken erfolgte weltweit in den 1870er Jahren. Der glänzende Sieg der mit der preußischen Armee verbündeten Streitkräfte der deutschen Bundesstaaten hatte 1870/71 (s. RWM 02) international tiefe Spuren hinterlassen. Bis zu diesem Zeitpunkt besaßen die Streitkräfte der „Grande Nation“ Frankreich weltweit Vorbildcharakter. Nun löste aber die deutsche Pickelhaube die französischen Kepis und die roten Hosen ab. Als strahlender Stern am militärischen Himmel tauchte nun das deutsche Heer auf.

Deutsches in Lateinamerika gefragt.

Diese Neuigkeit wanderte recht schnell über den Großen Teich. Selbst die Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika führten die Pickelhaube ein. Der Sieg der Deutschen über die Franzosen hatte auch Auswirkungen auf die Militärdoktrin der süd- und mittelamerikanischen Staaten. Speziell die beiden stets verfeindeten Länder Argentinien und Chile blickten intensiv nach Deutschland und auf das deutsche Militär.

 Chile, Argentiniens Nachbar, war der größte Konkurrent um politischen Einfluß in Lateinamerika und den daraus resultierenden Handelsbeziehungen. Dieses Land baute bei der Modernisierung des als schlagkräftig bekannten Heeres auf das leuchtende deutsche Vorbild. In Chile war zu dieser Zeit der General Emilio Körner für neue Militärdoktrin zuständig. Eigentlich hieß dieser Mann Emil Körner und stammte aus Halle a.d. Saale in Thüringen. Der preußische Offizier war im Französisch-Deutschen Krieg 1870/71 hoch dekoriert und bei Sedan verwundet worden. Nach verschiedenen Militärmissionen im Ausland schickten höchste Stellen in Berlin den Hauptmann nach Chile. Dort sollte er von 1885 an als Militärberater bei der Modernisierung des Heeres helfen. Am Ende trat er ganz in die chilenische Armee ein, brachte als der geborene Organisator innerhalb kürzester Zeit das Militär auf die deutsche Linie und erreichte schließlich den Generalsrang – eine erstaunliche Karriere. Diese lockende Laufbahnerwartung sprach sich auch im Deutschen Reich schnell herum – 1891 kamen weitere 36 Militärberater aus Deutschland nach Chile. Mit diesen machte Körner die chilenische Armee schnell zu einer der modernsten und schlagkräftigsten Lateinamerikas. 

Der Nachbar Argentinien wollte und konnte da nicht nachstehen. ...

Den vollständigen Artikel finden Sie in RWM-Depesche 10 ab Seite 692. 

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