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rwm depesche.de hermann historica 70 Jungkenn Order pour la Vertu Militaire 1769 02 1024

Phaleristische Sensationen, virtuose Handwerkskunst aus allen Epochen, bedeutende historische Dokumente und militärische Artefakte dominierten in der 70. Auktion des Spezialauktionshauses. Sehr gute Ergebnisse konnten für Lose in allen Themengebieten der Hermann Historica erzielt werden. Insgesamt kamen rund 6‘000 Sammlungsstücke in der Frühjahrsauktion vom 28. April bis 12. Mai 2015 zum Aufruf.

Schußwaffen aus fünf Jahrhunderten

Singuläre Stücke wie eine spätgotische Steinbüchse aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts kamen im Kapitel der antiken Schußwaffen zur Versteigerung. Moderat mit einer Taxe von 8‘000 Euro angeboten, konnte das einteilig gegossene eiserne Geschütz zu eben diesem Betrag zugeschlagen werden. Einige Dekaden später, um 1580/90, wurde der sehr qualitätsvolle Radschloßpuffer für Mannschaften der kursächsischen Leibtrabanten gefertigt. Reich verziert mit Einlagen aus feinst graviertem Bein, fand der ebenso schöne wie unberührte Puffer aus den Beständen der Dresdner Rüstkammer mit einem Rufpreis von 12‘000 Euro bei 14‘500 Euro einen neuen Besitzer. 

rwm depesche.de hermann historica 70 Radschloss 1580 90 1024Nicht unbeachtet blieb auch eine österreichische Luxus-Radschloßbüchse um 1650 vom „Meister der Tierkopfranke“, Startpreis 12‘500 Euro mit Zuschlag 13‘500 Euro, eine schwere Perkussionsscheibenbüchse um 1840 von Moritz in Leipzig, die zu ihrer Taxe 25‘000 zugeschlagen wurde oder ein hochwertiges Paar Perkussionspistolen von 1840/50 aus der Werkstatt Lebeda in Prag, welches im Aufruf für 7‘500 Euro sehr schöne 18‘000 Euro erzielte.

Größte internationale Beachtung hatte bereits im Vorfeld der Auktion der Höhepunkt im Kapitel der Modernen Systeme, eine herausragende Sammlung von Parabellum-Pistolen gefunden.

Alte Waffen und Kunsthandwerk

Besondere Sammlungstücke fanden sich wieder unter den Alten Waffen. So ein schöner, maximilianischer Helm für einen Riefelharnisch, der um 1530 in Süddeutschland gefertigt wurde. Die einteilig geschlagene Kalotte mit originaler Belederung zeigte die für diesen Typus so charakteristische durchgehende flache Riefelung. Der zugehörige große Kragen war dreifach geschoben, ebenfalls geriefelt, an den Rändern gebördelt und fein geschnürlt. Seit 1934 dokumentiert für die Sammlung Konsul a.D. Hans C. Leiden, Köln, bereichert dieses wunderbare Belegstück für plattnerische Kunstfertigkeit zu seiner Taxe von 30‘000 Euro nun eine neue Kollektion.

Begeistern in seiner Anmutung konnte auch ein deutscher Trabharnisch von 1550/1570. Die in allen Teilen vollständige Rüstung, inklusive schwerer Kampf-Sturmhaube mit hohem, geschnürltem Kamm sowie dem seltenen feststellbaren Naseneisen, war zur Gewährleistung der Beweglichkeit an den Gelenken vielfach geschoben gearbeitet, wurde mit 9‘000 Euro aufgerufen und für 24‘000 Euro versteigert.

Historische und militärgeschichtliche Objekte

Im Kapitel Militär und Historie fand sich unter anderem ein Beleg der Strategien der napoleonischen Zeit, ein Brief von Napoleon I. (1769 – 1821) an einen seiner engsten Vertrauten, General Bertrand (1773 – 1844) aus dem Jahr 1809. In Schönbrunn zwischen den Schlachten von Aspern, Essling (21./22.5.1809) und der Schlacht von Wagram (5./6.7.1809) diktiert und eigenhändig unterzeichnet, verfügte Napoleon I. darin Maßnahmen zur Vorbereitung des Angriffs auf die Brücke von Preßburg und die Einnahme der Stadt. Diese scheiterte jedoch nach einer einmonatigen Belagerung. Im Aufruf mit 1‘500 Euro, wurde der sehr interessante Brief auf beachtliche 19‘000 Euro hochgesteigert.

rwm depesche.de hermann historica 70 messerschmitt 109 1024Aus der jüngeren deutschen Militärgeschichte konnte mit einer fachmännisch restaurierten Messerschmitt Bf 109 das größte und zugleich teuerste Objekt der 70. Auktion zur Versteigerung aufgerufen werden. Mitte der 1990er Jahre auf eine private Initiative hin geborgen, wurde diese nun zu ihrer Taxe von 150‘000 Euro versteigerte Messerschmitt von einem Team von Flugzeugrestauratoren fachlich genauestens analysiert und ab 2007 wieder aufgebaut.

Orden und Ehrenzeichen

Ganz unter diesen Vorzeichen stand auch die Versteigerung des museal zu nennenden Orden Pour la Vertu Militaire von 1769, taxiert auf 10‘000 Euro. Einzig für die Eremitage in St. Petersburg war ein weiteres Exemplar in diesem Zustand belegt. Von höchster Qualität, in exzellenter Erhaltung und mit komplett belegter Verleihungs- und Besitzhistorie bereichert das Ordenskreuz aus Hessen-Kassel nebst Portraitminiatur des Trägers nun für 40‘000 Euro eine neue Sammlung.

Logo Hermann Historica 400 

Das gesamte Angebot findet sich auf der Netzseite des Auktionshauses; den durchgehend farbig bebilderten Katalog der Parabellum-Auktion können Sie HIER bestellen.

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